Hilfe in großer Not

von allg. Beitrag

Am Mittwoch, 24.11.21, besuchte die Psychologin Jana Denkinger die Klassen 9 und 10. Im Gepäck hatte sie ihr Promotionsprojekt zum Genozid an den Jesiden.

Frau Denkinger war selber Schülerin bei uns am PG und freute sich sehr, einmal an ihre alte Schule zurückzukehren. Im Rahmen des Weltethos-Programms, welches interreligiöse und interkulturelle Bildung mit einschließt, stellte sie die Religion der Jesiden vor. Dabei ging es vor allem um die Ermordung und Versklavung vieler Angehöriger der Minderheitenreligion aus dem Nordirak.

Das Land Baden-Württemberg hatte im Oktober 2014 ein Schutzkontingent von 1000 Jesiden, vor allem Frauen und Kinder, aufgenommen. Frau Denkinger interviewte ab September 2017 zahlreiche der Opfer und stellte einige der Ergebnisse den Schülerinnen und Schülern vor. Vor allem seien die Frauen und Kinder sehr dankbar gewesen, dem grausamen Terror entkommen zu sein und in Sicherheit leben zu können. Aber selbst nach Jahren in Baden-Württemberg ginge es den meisten psychisch noch sehr schlecht und die traumatisierten Menschen bräuchten einfach Zeit um die Geschehnisse zu verarbeiten. Vor allem, da immer noch viele Familienangehörige vermisst werden. Sehr beeindruckt war Frau Denkinger von der herzlichen Gastfreundschaft der Frauen, die sich ihre Offenheit, trotz aller schlimmen Erfahrungen, bewahrt hätten.

Interessant, aber auch erschütternd fanden die 9. und 10. Klässler den Vortrag. Vom Schicksal der Jesiden hatte noch keiner in dieser Form etwas erfahren. Viele positive Folgeprojekte und dass mit der Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad eine der Jesidinnen aus Baden-Württemberg eine starke Stimme bekommen hat, machen allerdings auch Mut.

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